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Das war der Webdialog “Kunststoffeinsatz im Weinbau”
In diesem virtuellen Dialog am 29. Jänner 2025 haben wir uns explizit der Verwendung von Kunststoffen und Kunststoffprodukten im Weinbau gewidmet und mit ExpertInnen aus der Praxis diskutiert, wo in diesem Bereich Gefahren für Kunststoffeinträge in die Böden bestehen und wie diese vermieden werden können.
AGENDA
- Einleitung und Begrüßung – Claudia Preininger & Daniel Steinitz (NETmicroplastic)
- Berichte aus der Praxis zu Kunststoffanwendungen im Weinbau, Alternativen und Mikroplastik
Sophie Butz (Weingut Umathum)
Franz Paschinger (Weingut Urbanihof) - Q & A Session | Diskussion mit allen Teilnehmern
Inhalte und Diskussionsschwerpunkte des Dialogs
Produktvertrieb Frau Sophie Butz vom Weingut Umathum gab umfassenden Überblick über gängige Produkte und deren Einsatzpraktiken im Weingarten. Franz Paschinger vom Weingut Urbanihof führte detailliert aus in welchen Einsatzbereichen Kunststoffeinträge vermieden werden können. Wie z.B. Bindematerial aus Kunststoff vollständig wieder einzusammeln, was allerdings mit hohem Kostenaufwand verbunden ist. Hier gibt es allerdings auch gute abbaubare Alternativen. Pflanzenschutzhüllen werden durch Verwitterungsprozess spröde, weshalb es zu Kunststoffeinträgen in die Böden kommt. Hier ist bei abbaubaren Materialien eine gewisse Beständigkeit gefragt. Bei den Pheromonbändern werden erfolgreich abbaubare Materialien eingesetzt. Herr Paschinger sieht große Bereitschaft unter den Winzern sich dem Thema Mikroplastikvermeidung generell verstärkt anzunehmen. Aus Sicht der Winzer braucht es zum einen mehr verfügbare abbaubare Produkte als Ersatz für konventionelle Kunststoffprodukte, hier sind die Lieferanten der Betriebsmittel gefragt und allgemein weitere Sensibilisierung zum Thema Kunststoffeinsatz. Der Dialog hat klar gezeigt, dass es problematische Kunststoffprodukte im Weinbau gibt: Pflanzenschutzhüllen, Kunststoffbänder als Bindematerial, Fäden für Fadenmähwerke. In diesen Anwendungsfällen gibt es unweigerlich Kunststoffverluste. Für die Umsetzung „plastikfreier“ Weingarten braucht es verfügbare Produkte, die im Boden abbaubar sind.
Als nächste Schritte sind bilaterale Gespräche mit Weinbauschulen, Landwirtschaftskammer sowie Herstellern und Vertrieben geplant, ein zentrales Element dabei soll der Fachaustausch zwischen Praxis und Produktentwickler sein.
Organisation:
Bündnis Mikroplastikfrei im Rahmen von NETmicroplastic